Hundewelpen im Discounter kaufen

Früher konnten man Hundewelpen und Kätzchen bei Quelle, Neckermann, Kaufland usw. einkaufen.
Mann konnte die sogar per Katalog bestellen und sie wurden einem zugeschickt, das war in den 70er Jahren noch so Usus.

Die Zahl der Kleintier-Händler, die sich alle zwei Jahre zu einer Fachmesse treffen, stieg seit 1965 von rund 1000 auf 1500. Im Jahre 1975, so eine Experten-Prognose, werden es bereits 2000 sein. Bis Mitte dieses Jahres hatten sich in der Bundesrepublik, vor allem in den Großstädten, etwa 800 ärztliche Kleintier-Praxen etabliert (1965: etwa 350, geschätzte Ziffer für 1975: 1000).
Längst sind auch die Kauf- und Versandhäuser auf den neuen Markt vorgestoßen. Neckermann offerierte im Sommerkatalog Graupapageien für 325 Mark und Wellensittiche für 17,50 Mark das Stück. Dem Fürther Haus „Quelle“, das in seinem Frühjahr-Sommer-Katalog Rassehunde feilbot, „lief die Nachfrage“, so ein Firmensprecher, „teilweise davon“: Nach wenigen Monaten waren mehr als 7000 Hunde per Postversand verkauft, davon mehr als vierzig Prozent des durch die TV-Serie „Lassie“ populär gewordenen Typs Collie (Preis für einen Rüden: 268 Mark).
Das Kaufhaus Karstadt, das in 14 Filialen Abteilungen mit Tieren unterhält, setzte im vergangenen Jahr für drei Millionen Mark an lebender Ware um. In der Hamburger Dependance an der Mönckebergstraße locken Kabolz schlagende Affen den Kunden ins Kabinett der Kreaturen: Der Fransenzehenleguan (26 Mark) konkurriert mit der Kronenkrötenechse (32 Mark), der „marmorierte Fadenfisch, groß“ (2,50 Mark) mit dem zwitschernden Rotohrbülbül (24 Mark).
Begüterten Tierfreunden liefert der Hamburger Otto-Versand deutsche Ponys (698 Mark das Stück) als Statussymbole ins Haus. Ein Berliner Fachgeschäft reüssierte mit Riesentausendfüßlern, ein Hamburger Laden mit Kraken.
Quelle
Erfreulicherweise wurden Tierschützer und Tierschutz aktiv und so einigte sich der Handel, keine Hunde- und Katzenwelpen mehr im Kaufhaus anzubieten.

Der wichtige Punkt dabei ist „man EINIGTE sich“ es wurde also nicht verboten.

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Während sich der Handel daran gehalten hat, ist nun ein Geschäftsmann, der weiß – dass es genügend Leute gibt, die sich mal schnell ein Hündchen oder Kätzchen aus dem Schaufenster mitnehmen, darauf gestoßen, dass eine Einigung kein Gesetz ist.
Er führte den Handel mit Hunden und Kätzchen und vielen anderen Tieren einfach wieder ein.

Sollen sich doch die anderen an eine Einigung halten, umso besser kann ER (der geschäftstüchtige Verkäufer) Geld verdienen.

Diesem Geschäftsmann geht es um Umsatz, es ist ihm völlig egal

  • wie und wo die Tierbabies gezüchtet und aufgezogen werden,
  • ob die neuen Familien geeignet für die jeweiligen Rassen sind
  • Tiere krank oder gesund sind
  • sich nicht dafür interessiert ob die Tiere in einem Tierheim landen

Der Geschäftsmann weiß, wenn Familie xy ein Tierbaby in seinem Geschäft kauft, werden diese auch in seinem riesigen Laden sämtliches Zubehör einkaufen.
Sehr geschäftstüchtig!

Klugerweise hat er auch sehr viel für Kinder in dem Geschäft aufgebaut, denn der Geschäftsmann weiß – Kinder lieben Hunde- und Katzenbays und werden Mama und Papa nötigen ihnen so einen süßen „Spielkameraden“ zu kaufen
Sehr geschäftstüchtig!

Aber nicht nur für die Kinder, nein auch für die Erwachsenen wird gesorgt, Restaurants sorgen für das leibliche Wohl, immerhin sollen sich die Käufer wohlfühlen und verweilen.
Sehr geschäftstüchtig!

Das ganze Geschäft ist so aufgebaut, dass Familie Hinz und Kunz einen Familienausflug dorthin machen kann und längere Zeit dort verweilen kann, ohne das Langeweile aufkommt. Wer länger bleibt kauft auch mehr
Sehr geschäftstüchtig!


Na und…….???

Eigentlich ist es nicht wichtig – die Menschen, die sich aufregen, würden eh niemals so einen Kaufhaustierquälerwelpen kaufen und die Leute, die auf diese Krabbeltischwelpen hereinfallen, hirnlos einen „Achwiesüß-Welpen“  in den Einkaufswagen einpacken, die interessieren sich nicht für die Aufregung und den Rummel – hören weg.

„Ihr Welpe ist nämlich der Einzige, der aus einer liebevollen Zucht gekommen ist und der überhaupt keine Schäden davon getragen hat, weil er da hinter einer Glasscheibe saß.“

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Solange, bis der Hund Probleme bekommt, krank wird, auffällig wird – aber DANN „hat man es ja nicht gewusst!!!“


Und was bedeutet das für unsere Hundewelpen und die Züchter ???

Für seriöse Züchter bedeutet das eher nichts. Das Käuferklientel , dass zu einem Züchter geht und sich über „seine Rasse“ ausgiebig informiert hat, kommt auch weiterhin.
Keiner dieser verantwortungsbewussten Hundehalter würde im Discount mal schnell einen Welpen mitnehmen.
Und was ist mit der Ware-Welpe im Schaufenster?

Für die „Ware Welpe im Schaufenster“ ändert sich auch nichts, denn kein seriöser Züchter würde seine Welpen an so eine Adresse verkaufen.
Da sitzen Welpen von Vermehrern, die sich die Hände reiben, einen offiziellen Markt gefunden haben ihre Welpen zu verschachern.
Die Produktion wird eben angekurbelt, noch mehr Welpen produziert, noch mehr Hündinnen ausgemergelt, weil der Markt es hergibt.


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Wozu also aufregen?
Der Hund ist eine Ware, wie eine Plastikdose – ein Wegwerfartikel.
Und solange die Ware Hund in den Einkaufswagen gepackt wird und der „tüchtige Geschäftsmann“ seinen Reibach damit macht, wird sich nichts daran ändern.

Im Gegenteil, es warten sicher schon andere Händler darauf, bis die Woge der Empörung abgeebbt ist und es wieder „normal und alltäglich“ ist, Hunde und Katzen in Kaufhäusern oder per Katalog zu kaufen.

Ist der Widerstand gebrochen werden weitere Zooläden und Kaufhäuser Hunde- und Katzenwelpen verkaufen  – WEIL ES DER MARKT HERGIBT

(Die Bilder, der abgebildeten Hundewelpen sind selbstverständlich NICHT von einem Discounter)


Haben Sie Erfahrungen in solchen Geschäften gesammelt oder gar einen Welpen gekauft, können Sie uns gerne die Geschichte schicken.