Cystinsteine beim Zwergpinscher

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Was sind Cystinsteine ( Cystinurie)?
Cystinurie ist eine Stoffwechselerkrankung

Cystinurie  entsteht durch einen Defekt in der Resorption von Aminosäuren (COLA: Cystein, Ornithin, Lysin, Arginin) in den proximalen Nierentubuli. Cystinurie wurde bei mehr als 65 Hunderassen beobachtet. Bei Cystinurie bilden sich Cystinsteine in der Blase (Urolithiasis). Im Mittel tritt die Erkrankung bei Hunden mit 5 Jahren (2  – 7 Jahre) auf. Über 90 % der betroffenen Tiere sind Rüden. Aufgrund der anatomischen Gegebenheiten werden deutlich mehr Rüden in der tierärztlichen Praxis vorgestellt, da die Steine die männliche Harnröhre verlegen können.

Cystinurie hat eine erbliche Genese. Beim Hund sind verschiedene Erbgänge für Cystinurie bekannt. Es wurden bereits Mutationen für Cystinurie identifiziert, die in Genen liegen, die für das Aminosäuretransportsystem b0, + kodieren (SLC3A1 und SLC7A9). Quelle

Typ II-B
– Vererbung autosomal dominant (betroffene Tiere tragen ein oder zwei Defektallele)
Zwergpinscher
– verursacht durch Mutationen im SLC7A9 Gen
– beide Geschlechter betroffen Quelle
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Woran erkenne ich, dass mein Hund Cystinurie hat?

Symptome:
Blasenentzündung
Harnwegsinfektion
Inkontinenz
häufiges Wasserlassen
Schmerzen beim Wasser lassen
Blut im Urin
Nierenerkrankungen
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Nachweis:
Ab 1 Jahr – kann der  Tierarzt oder Sie selbst einen Urintest machen. Hierbei wird eine einfache Urinprobe an ein Labor geschickt und auf die so genannten COLA-Werte, sowie den ph-Wert und mögliche Sedimente untersucht.
Cola = Cystin, Ornithin, Lysin, Arginin
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Ursachen:
Cystinurie ist erblich – das heißt beide Elterntiere tragen defekte Gene, die aber nicht die Erkrankung zeigen müssen. Treffen die kranken Gene der beiden Elterntiere aufeinander, werden Welpen mit dieser Erkrankung geboren, die zum Ausbruch kommen kann.
Es wird vermutet, dass die Sexualhormone der Hunde (Testosteron beim Rüden sowie Östrogene bei der Hündin) ungünstigen Einfluss betreffend der Bildung von Cystinsteinen nehmen, aus diesem Grund ist eine Kastration unumgänglich.
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Therapie

Regelmäßige Kontrolle des PH-Wertes im Urin. Der Harnwert sollte einen PH-Wert von von 6,5-7 angestrebt werden. Es gibt Teststreifen , die sie sogar unterwegs beim Gassigehen einsetzen können.
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Futter:
Sicherlich wird Ihr Tierarzt Ihnen Trockenfutter empfehlen – hier werden keine Tipps für kommerzielles Hundefutter gegeben sondern nur artgerechte Rohfütterung.

Das wichtigste überhaupt ist, den Wert im Urin in den „basischen Bereich“ also auf oder über PH 7 zu halten.

Purinarme Ernährung:

Phosphor wird also sauer verstoffwechselt. Phosphorarme Lebensmittel sind purinarme Lebensmittel. Knochen und Innereien haben einen hohen Phosphoranteil. Deshalb sollten sie vermieden werden

Purintabelle

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Fleisch:

Wichtig ist es den Fettanteil  zu erhöhen!!!
Zu allen Fleischsorten sollten extra Fett gefüttert werden
Rindfleisch
Reh
Huhn
Gans
Lamm
Pute
Pferd
Ziege

Fisch:
Rotbarsch
Zander
Krebs
Austern
Scholle

Zusätze:
Lebertran
Eierschalen fein gemahlen
Bullrichsalz

Futter mit sehr viel Wasser geben (mindestens 50 bis 100 ml je kg Körpergewicht)
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Medikamente:

Kaliumzirtrat oder Natriumbikarbinat(150-200 mg/kg)

Tiopronin
https://www.diagnosia.com/de/medikament/captimer-250-mg

Links:

http://www.ivis.org/advances/rc_de/A4509.0608.DE.pdf?LA=5

http://www.tiho-hannover.de/kliniken-institute/institute/institut-fuer-tierzucht-und-vererbungsforschung/forschung/forschungsprojekte-hund/cystinurie/

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